Die vorhergesagte Veränderung

Nun ja. Es ist also soweit. Der schriftliche Teil meiner Matura ist bestanden. Ich kann nicht behaupten, dass ein Erleichterungsgefühl aufgetaucht ist. Aber das kommt wohl irgendwann. Im Moment erfodern andere Sachen meine Aufmerksamkeit. Ich würde es das Klopfen des Lebens an meiner Haustür nennen. Es will, dass ich die Tür öffne und die Schwelle verlasse. Ich soll also erwachsen werden. Angst hab ich eigentlich keine. Wovor den auch? Es hat immer alles irgendwie funktioniert. Manchmal etwas schwieriger als ich es mir je erträumt hätte, aber geschadet hat es mir sicher nicht. Wenn die Sache mit den Entscheidungen nicht so schwierig wäre.

Ich hab ja mal geschrieben, dass zu Silvester alle Nachrichten besagt haben, dass eine große Änderung alles auf den Kopf stellen wird und ich loslassen muss. Seltsam. Ich dachte, ich werde bereit sein. Hab versucht mich vorzubereiten. Hab versucht, keine Zweifel und keine Angst zu haben. Aber jetzt ist was passiert. Ich schätze wenn es geplant gewessen wäre, wäre das die große Veränderung gewessen. Doch darauf war ich nicht vorbereitet.

Schon immer wird einem gesagt, dass Traumwelten nicht existieren. Es gibt sie nicht. Keine Welt, in der alle sich im Mondschein herum wirblen. Doch wer will sowas schon wahrhaben? Man hält an allem fest, und wenn man dann dabei ist zu akzeptieren, dass es nunmal einfach eine Traumwelt ist, expoldiert alles und sie steht da. Es würde reichen die Hand danach auszustrecken. Ich verstehe es nicht. Es scheint alles zu passen. Irgendwie so als ob das alles bis jetzt ein Test war um zu prüfen ob ich mit dieser Realität zurecht kommen würde und jetzt, wo ich aufgegeben habe steht es vor mir. Ich kann nicht hinsehen. Verstehe es nicht. Irgendwie hat sich alles verändert. Mein Kopf zerplatzt. Er hält das dauernde Nachdenken nicht aus.

Es fühlt sich irgendwie wie die freiwillige Gefangennahme an. So, als ob der Wind festgehalten wird und dann ein Bild von den unendlichen Freiheiten gezeigt wird. Es reißt an mir. Es verlangt eine Anwort. Stehe ich zu dem was ich bis jetzt gelernt habe oder vertraue ich darauf, dass das alles bis jetzt nicht das einzige war? Tausende Bilder von dem was war, von dem was sein könnte kriechen vorbei. Ich wünschte, sie würden so wie sonst immer schnell an mir vorbei rasen. Dann müsste ich sie nicht betrachten. Aber sie lassen sich Zeit. Ich getraue mich nicht es eine Qual zu nennen. Was soll man machen wenn von heute auf morgen das Märchenschloss vor dir steht von dem man Ewigkeiten gelernt hat, dass es nicht exisitiert.

Ich will darüber reden, aber ich finde keine Worte. Finde keine Aussagen, keine Vorteile, keine Nachteile. Bin überwältigt von Reaktionen. Will auf meine eigenen Reaktionen reagieren. Will loslassen und endlich anfangen.