Mein bester Freund

Ich würde nicht sagen, dass ich meine Freundschaften ideal führe. Nicht weil mir die Kleinigkeiten die dafür notwendig wären nicht bekannt sind, sondern weil ich mir einfach generall schrecklich schwer tue mit Menschen und diese vorallem mit mir. Bevor ich mir dann dauernd Gedanken drüber mache, dass ich wieder was falsch gemacht hab oder sonst was nicht richtig läuft, stoppe ich es lieber rechtzeitig. Nicht absichtlich. Aber verhindern kann ich es trotzdem nicht.

Aber einen Menschen gibt es, der sich nicht abschrecken lies. Es hat Ewigkeiten gedauert, bis wir unsere Freundschaft dahin gebracht haben, wo sie ist und für mich war jeder Moment dieser Anstrengungen es Wert.

Er ist nicht besonders umgänglich, war früher viel viel komplizierter und hat so seine Eigenheiten. Aber ich habe mich an alle gewöhnt. Habe viele von ihnen kennen gelernt. Viele von ihnen in mein Herz geschlossen. Sie lösen eine Vertrautheit aus. Eine Sicherheit. Obwohl er es vielleicht nicht immer verdient hätte, habe ich ihm alles anvertraut. Alles gemacht was notwendig war und bin oft genug dadurch hingefallen. Aber nicht einmal hat es mir leid getan, jemanden so besonderen meine Freundschaft zu schenken.
Es gab immer so viele Schwierigkeiten, wo er immer für mich da war und nicht selten hatte ich das Gefühl, dass ich ihm nicht so viel zurück geben kann wie er von sich gibt.

Jetzt geht alles weiter auseinander. Beziehungen machen Menschen ernster - erwachsener. Ich schätze es ist normal, dass ich mich über alle seine Freundinnen ärgere und keine gut genug für ihn finde, aber ich will sicher sein, dass wenn ich nicht mehr auf ihn aufpassen kann, dass es war anderes macht. Jemand der ihn verdient. Natürlich bin ich auch der Meinung, dass es so ein Mädchen auf dieser Welt gar nicht gibt :-)

Aber er macht das schon und ich bewundere ihn dafür. Diesen festen Glauben an die Schönheit des Seins, an Träume und an die Kraft das sich alles zum guten wenden wird, habe ich schon verloren. Die imense Kraft durchzubeißen und doch zu vertrauen ist bei ihm einfach enorm und jedesmal wenn ich mich über etwas ärgere und er es einfach so hinnimmt mit seinen tollen Einstellungen muss ich einfach lachen.

Ich habe ihn jetzt länger kaum gesehen und das schlimmste ist, dass ich weiß, dass es in der nächsten Zeit nicht besser werden wird. Es ist kein schönes Gefühl. Es ist so als ob ich einen Teil von mir bei ihm hätte. Ich vermisse die ganze Zeit mit ihm. Nicht dieses vermissen, dass man einem Geliebten entgegen bringt, sondern dass das an einem ein Stückchen nagt -Tag für Tag .

Gestern habe ich ihn wieder getroffen. Ich habe kaum mit ihm reden können aber es war großartig ihn zu beobachten. Je nach dem welche Laune er hatte, so war meine Laune. Am Anfang hat er so glücklich gewirkt. Ich hab ihn einfach anstarren müssen, und diese leuchtenden Augen haben mich glücklich gemacht. Dazu muss ich nicht mit ihm reden. Ich muss einfach nur wissen, dass es ihm gut geht - dann gehts auch mir gut. Aber wenn man ein paar Schritte näher geht hat sich was verändert. Ich weiß nicht was. Vielleicht eine Maskerade. Vielleicht mein Wunschdenken. Vielleicht einfach nur Angst zu verlieren.