Zukunftsgedanken

Die Zeit vergeht so unglaublich schnell. Andauernd unterwegs. Immer auf Trab. Immer passiert etwas. Wenn ich dann mal Zeit habe und dazwischen kurz inne zu halten drehe ich den Kopf um und muss feststellen, dass sich alles andere auch weiter bewegt hat. Nichts ist so wie es mal war. Ich verliere den Überblick. Weiß nicht mehr wohin sich alles andere bewegt. Ich weiß, dass das normal ist aber ich will einfach nicht das es aufhört.

Kaum zu fassen, dass die Schule wieder beginnt und ich da nicht mehr hingehen kann. Niemanden mehr von den Leuten sehen, nichts mehr von diesem geliebten Ort. Statt dem wartet eine große, kalte Stadt.

Ich wollte da hin. Wahrscheinlich immer schon. Aber die Zweifel sind da. Ich will nicht loslassen was mich so viel gekostet hat, weil ich mir fast sicher bin, dass ich es verlieren werde. Ich werde nicht daran festhalten können.

Für das Studium, für welches ich mich entschieden habe gibt es logische Gründe. Es bringt viel, ist eine Herausforderung, ist etwas neues.

Wenn ich mutiger und verrückter wäre, würde ich mich hinsetzten und überlegen was besser wäre. Etwas das meine Talente besser zum Audruck bringen könnte. Aber da ich nicht weiß, was ich gut kann habe ich mich für den sicheren Weg entschieden. So ganz nach dem Motto - später mal in der Pension kann ich mein Buch immer noch schreiben.

Das Publizistikstudium habe ich mir vollkommen aus dem Kopf geschlagen und Sachen wie Kunst, Rythmusgefühl und Kinder mit ihren Problemen sind zwar besser für mein Seelenheil geeignet aber wo soll den da eine Zukunft sein. Ich habe immer den Weg genommen, den niemand ging. Mich immer abgestrampelt und jetzt wurde ich gefragt wieso. Wieso muss ich immer alles anders machen? Wieso kann ich nicht einfach mal locker lassen und mich mit der Masse treiben lassen. Spätestens nach der Frage ob ich den nicht zumindest ein wenig von meinem Weg ablassen kann, um “normal” zu werden, hat es Klick gemacht. Aber es kümmert niemanden. Alle sind begeistert. Nun gut. Ich versuche es dann.
Das mache ich jetzt. Werde später meine Aktentasche und die schicken Kostüme tragen können und Meetings in teuren Restaurants abhalten. Später mal wenn noch ein wenig von meinem Herz übrig geblieben ist, könnte ich mal Lehrer werden oder ein Buch schreiben.

So seltsam es klingt, ich wollte sowas. Ich habe es mir ausgesucht und irgendwann wird alles anders kommen. Das weiß ich und ich freue mich schon. Es wird aufregend. Aber bis dahin werde ich durchhalten müssen. Keine Schwäche zeigen und durchbeißen.

Diesmal beginnt der Teil meines Lebens, denn ich bestimmen kann.