Ein erster kleiner Hoffnungsschimmer

Alles ist in Bewegung. Alles fließt. Schnell. Irgendwann mal wirds zu schnell werden, aber jetzt passts. Gebe mich dem Fließen vollkommen hin. Lasse mich mitreisen. Der Funken hat wieder übergeschlagen. Noch so klein. Aber es ist nicht mehr so schlimm. Es gibt noch Hoffnung. Wenn man die Zähne zusammen beißt und einfach da ist.
Ich muss erst verstehen, dass ich jetzt alles darf. Ich bestimme was ich mache und wann ich es mache. Niemand mehr da. Meine Eltern sind verreist, mein Freund abends erreichbar. Um aus der Verzweiflung zu kommen, hab ich das letzte Wochenende gebraucht. Ein Seminar über Naturerfahrung und Kunst in der Natur. Durch kaltes Flusswasser gehen, Gedichte schreiben, mit verbundenen Augen durch den Wald gehen. Der erste Kurs den ich alleine gemacht hab. Er hat mich interesiert also bin ich hingefahren. Nur für mich alleine.Am Freitag.

An dem Tag war alles ne Katastrophe. Als ich dort war musste ich einfach weiter machen. Ich hatte keine Kraft irgendwer anders zu sein. Hab meine Gedanken, mein Tun vollkommen losgelassen und bin dieses Wochenende aus dem Staunen nicht mehr heraus gekommen. Nach diesem Wochenende gings besser.

Am Dienstag ein Veranstaltungsblock von 10 Stunden. Ne absolute Katastophe. Ich war kurz davor meine Sachen zu packen und wenn ich schon mal aufgeben will, dann muss ich wirklich in einer aussichtslosen Situation sein.

Am nächsten Tag gleich mit dem Arbeiten begonnen und so schlimm der Anfang auch war, es sind wieder so seltsame Sachen passiert und irgendwann mal hat es Klick gemacht und ich war glücklich. Absolut zufrieden…

Keiner der ganzen Rücktritte hat mich entgültig umgeworfen. Ich hab wohl dem letzten Versuch eine Chance gegeben und wurde nicht enttäuscht. Ein kleiner Funken ist wieder aufgelodert.

Gestern war ich als Model für eine Indische Tracht bei einem Indischen Tanzabend im Theater unterwegs. Seltsam mich selbst so anders zu sehen und so weiblih zu fühlen. Sind durch die Wohnung gehüpft, haben Schmuck verglichen, Lippenstift ausgetauscht, in der Straßenbahn Nägel lackiert und so sehr ich mich immer über sowas beschwert habe, es ist wohl das erste mal das ich mich absolut von Männern fern halte. Mich auf die andere Welt einlasse.

Danach eine Party. Hab mich dort einfach zu wem hingesetzt und mit allen geredet.
Heute war der zweite Veranstaltungsblock und er ist super gelaufen. Hab geredet, hab ein Fach gefunden, dass mir gefällt und hab Nummern ausgetauscht…. und jetzt bin ich allein daheim und hab keine Angst.
Ja , da bin ich stolz. Ich habs tatsächlich geschafft, meine Einstellung wieder zu finden. Ich hab festgestellt, dass ich jetzt wirklich meinen Freiraum nutzen kann um vielleicht das erste mal in meinem Leben für mich selbst ich selbst sein zu können.