Von mir an die Welt

Ich habe mal eine Geschichte geschrieben. Eine seltsame. Ein seltsamer Tag. Ein seltsames Gefühl. Sie ist dabei zu verlieren. Sitzt da und hält die Hand. Sie verschwindet in kristallklarem Wasser. Als sie aufwacht ist alles anders.

Ich hab gedacht, seine Welt ist der Begriff für Schönheit und wenn es seine gibt, dann muss es meine auch geben. Wenn alles aus meiner Fantasie erscheinen könnte, würde jetzt ein kleines Geschöpf wie eine Elfe vor mir schimmern. Eine Glockenblume in der Hand. Eine Träne auf der Blüte. Sie scheint sehr hell und das läuten klingt klar und hell aber ich höre es nicht. Ich kann es mir nur vorstellen.

In der neuen Welt gibt es auch solche Geschöpfe. Sie fällt über Bäume und irrt umher. Sie sucht nach dem Weg aber scheint sich zu verieren. Etwas leuchtendes, etwas schönes, damals waren es wohl Augen in einer Farbe die ich nicht mehr weiß. Wahrscheinlich blau. Blau ist so unerreichbar. Hat so garnichts mit mir zu tun. Sie sieht sie und folgt ihnen. Es ist ein gutes Omen. Sie findet ein Häuschen mit einem Bach. Das Wasser plätschert in einem lauten, gleichbleibenden Ton vor sich hin. Jeden Tag holt sie Wasser. Jeden Tag erledigt sie ihre Aufgaben um danach lauschen zu können.

Der alte Mann dem sie hilft, redet komisches Zeug. Sie versteht es nicht wirklich aber seine Worte sind magisch. Das Mädchen verschwimmt in ihnen. Sie lässt sich fallen und wird mit den Worten weg getragen wie die Blätter im Wasser. Wie lange sie schon hier ist weiß sie nicht. Woher sie kommt, ist schon längst vergessen. Aber er lächelt immer nur. Eines Tages sitzt sie beim Wasser. Sie kennt die Bewegung, kennt jeden Ton, kennt die Gefahren. Die blauen, strahlenden Augen tauchen auf. Aus dem tiefen Nichts des Wassers.

Wie eine Erinnerung fällt ihr ein Gefühl ein. Sie gehört nicht hier her. Sie kennt die Gefahr. Lässt sich ins Wasser fallen. Kann nicht mehr atmen.

Als sie die Augen aufmacht, erinnert sie sich an einen Traum. Sie weiß nicht mehr was passiert ist. Seltsam. In Erinnerung bleibt ein Gesicht eines alten Greißes mit strahlenden, tiefblauen Augen. In dem Moment bewegt er seine Hand und sie landen beide wieder.

Ich kenne mich nicht mehr aus. Habe jeglichen Boden verloren. Sehe keine Farben mehr. Kenne die Person im Spiegel nicht mehr. Kenne die wahre Welt nicht mehr. Erinnere mich nicht mehr.