Jahresabschluss 2007
Ich war mir jedes Jahr so um die Silvesterzeit sicher, dass Rückblickend gesehen das jeweilige Jahr am aufregensten in meinem ganzen Leben war und das das kommende Jahr wohl kaum noch mehr bringen kann… und auch heuer hält sich diese Tradition aufrecht.
Wenn ich versuche darüber nachzudenken, weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Es ist sooo viel passiert und ich musste soviel lernen. Kaum vorstellbar wie schön und toll vor einem halben Jahr noch alles gewirkt hat.
Theoretisch betrachtet, war da mal die Matura und die Lernzeit davor. Danach ein Sommer ohne viel Hektik und mit einem Urlaub in Kreta. Danach mein Umzug nach Wien. Neue Menschen, neue Erfahrungen. Danach wieder nach Hause. Vorbereitung auf einen möglichen neuen Job, vorbereiten auf eine neue Wohnung. Schon wieder. Nichts von der erhofften Ruhe und Stabilität.
Letztes Jahr zu Silvester stand in meinem Glückskeks, dass Veränderungen warten und ich sie zulassen muss. Das habe ich versucht. Hab meine Einstellungen geändert, hab mir ne Portion Gleichgültigkeit zugelegt. Nur so lässt sich das alles irgendwie aushalten.
Im letzten Monat war ich durchgehend krank. Irgendwas war immer nicht in Ordnung. Jemand hat mir gesagt, dass ich endlich die Augen aufmachen soll und verstehen soll, dass ich nicht hierher gehöre. Ich wollte weg und wieder hier zu sein bedeutet gefangen zu sein….und mein Körper wehrt sich. Er ist kraftlos und erschöpft und gleichzeitig zerreißt der Tatendrang fast meine Adern. Seit dem guten Monat kann ich nachts nicht mehr schlafen. Ich träume Sachen an die ich mich meistens nicht erinnere. Ich weiß nur, dass ich wach bin und zwar augenblicklich und dann ist an Schlaf gar nicht zu denken. Aber auch das nehme ich hin.
Von den ganz großen Sachen mal abgesehen, waren es eher die Kleinigkeiten die mich heuer beschäftigt haben. Ich kann gar nicht sagen, wie oft mein Kopf Karussel gefahren ist. Die erste Jahreshälfte waren Tränen der Verzweiflung und Liebeskummer so stark, dass wenn ich jetzt daran zurück denke nur mehr Kopfschütteln dafür da ist. Ich habe gelernt, dass ich nicht so unantastbar bin wie ich es mir vielleicht wünschen würde.
Danach wurde mein Kampfwille ein wenig angeheizt. Nach Enttäuschung und Niederlage hat er mir gezeigt, dass es immer Wert ist durchzuhalten und das ohne Kämpfen die Untätigkeit und damit die Unzufriedenheit siegt.
In der zweiten Jahreshälfte ging es nicht mehr um die Liebe. Es ging immer um die Liebe aber diesmal nicht. Diesmal kam die Freundschaft dazu mir Lektionen zu zeigen. Ich habe einen sehr guten Freund dazu gewonnen, und bitter lernen müssen, dass gewisse Sachen einfach nicht sein sollen. Zwei Menschen die sich so gleich sind, können sich einander sehr schnell nähern doch wenn man das drauf kommen lässt, dass der andere die selben Vorgänge wie man selbst verspürt und durchführt, bremst einem das Gefühl und die Umwelt. Die Umwelt hat immer Einflüsse.
Unabhängig davon bin ich sehr glücklich eine solche Freundschaft aus diesem Jahr mit zu nehmen.
Doch gleichzeitig mit diesen tollen Erfahrungen habe ich das schönste und wertvollste verloren, dass ich aus der Schulzeit mitgenohmen habe.
Schon oft genug habe ich die Erfahrung feste Freundin trifft auf beste Freundin gemacht. Ich habe mich so bemüht, nicht die Fehler wie die anderen zu machen. Aber in dem Moment wo er gelernt hat, dass es sich manchmal im Leben einfach zu kämpfen lohnt, musste ich lernen, dass es Momente gibt, wo man loslassen muss. Unser letzter gemeinsamer Weg.
Ich hätte so gerne geweint. Ich hätte sie so gerne beschimpft für all das was gesagt oder passiert ist aber das erste mal in meinem Leben, war alles egal. Kein Tatendrang. Kein Schmerz. Das was solange zum entstehen gebraucht hat, ist innerhalb einer Minute zerbrochen. Als ich das Telephon aufgelegt habe, war er nicht mehr im inneren meines Herzens.
Die anderen haben mich öfters gefragt, wieso ich den so ruhig bleibe und wie ich damit zurecht komme, aber ich habe immer nur die Schultern gezuckt. Was sollte ich den sagen.
Es gibt da eine Geschichte wo zwei Frauen an den Armen eines Babys ziehen. Diejenige die das Kind zu sich ziehen kann, erhält es. Doch gepeinigt von dem schreienden Schmerz des Kindes lässt die eine Frau los.
Es war richtig.
In Wien war ich alleine. Das wohl erste mal seit…ach seit Ewigkeiten und ich kann nicht abschreiten, dass es so ziemlich die schlimmste Zeit seit Ewigkeiten war. Aber es ging vorbei. Ich musste wieder aufstehen und habe es gemacht. Habe mich an meinen Vorsatz gehalten. Offen zu sein, und die Vergangenheit ruhen zu lassen. Nichts ist es mehr Wert mich in mein neues Leben zu begleiten, dass mir Kummer bereitet. Habe ein ganz liebes Mädchen kennen gelernt und Freundschaft geschlossen. Ich wusste nicht, dass ich mich so wohl fühlen kann wenn ich mich wie ein Mädchen benehme. Habe mich von Burschen fern gehalten. Aber um ehrlich zu sein, dass war nicht schwer. Der Frühling hat seine Spuren hinterlassen.
Was mir am Anfang noch so schwer viel, ist jetzt eine lockere leichte Situation und was am Anfang als absolut unüberwindbar wirkte, hat sich einfach aufgelöst.
Also Rückblickend gesehen, kann ich behaupten, dass mein Glückskeks absolut recht behalten hat und wenn man der Astrologie glauben darf, geht es nächstes Jahr mit noch viel mehr solchem Chaos weiter.
Ich würde gerne behaupten, dass ich mich darauf freue aber ängstlich bin ich schon. Wenn ich auf das neue Jahr zugehen müsste, wären meine Schritte klein und zögerlich. Aber das ist nicht nötig. Die Zeit dreht sich weiter und ich kann sie entweder vergebens festhalten probieren oder aber ich lasse sie zu. Versuche zu verstehen, versuche das gelernte anzuwenden und vergesse niemals an meinen so festen Glauben, dass immer etwas Gutes hinter jedem und allem steckt.
Mit diesem Sinne wünsche ich euch alle einen guten Rutsch und ein fantastisches neues Jahr mit genug Kraft für all eure Schritte.
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- Published:
- 12.31.07 / 5pm
- Category:
- Alltagsgeschichten
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