Erkenntnisse

Es ist so eine Sache mit der Inspiration fürs Schreiben. Letzte Woche wollte ich von der Radtour erzählen und gestern von dem Survival Trip. Es sind ganz andere Sachen, als ich sie daheim erleben würde und es sind viele neue, lustige Erlebnisse. Oder aber ich wollte auch von meinen Gedanken letzte Woche auf der Schaukel erzählen. Ich habe einen großen Park mit vielen Schaukeln gefunden und die Sonne hat auf meine Nase gescheint, der MP3 Player hat genau die richtigen Lieder gespielt und meine Laune war zwar auf keinem Höhenflug aber meine Gedanken waren zufrieden. Kein hin und her gereiße zwischen meinem Gefühl und meinen Gedanken. Alles war gut genau so wie es war.

Aber manchmal geht es nicht. Manchmal fehlen einem einfach die Worte. Ich habe letztens mit jemandem gesprochen der in einer Band spielt und mir ganz verzweifelt erzählt hat, dass sie für ein Lied desen Melodie zwar toll ist aber es fällt ihnen einfach kein Text ein. Ich habe dann ganz schlau verlauten  lassen, dass Künstler nunmal so sind. Sie lassen sich vom Leben inspirieren und das kann man nicht erzwingen. Man braucht manchmal einfach eine kleine Pause, ein klein bisschen Abstand um etwas neues aufzufangen.

Es gibt hier sehr viel neues, vielleicht fast zu viel weil ich dann fast jeden Tag was schreiben müsste um euch an an der Weiterentwicklung teilhaben zu lassen. Das schaffe ich aber nicht, wenn eine, ich nenne es einfach mal innere Blockade, da ist. Es ist nicht so wie früher. Da waren einfach keine Worte da. Jetzt sind sie da. Tonnenweiße. Sie springen in meinem Kopf auf und ab und wollen gehört werden. Aber ich fühle mich nicht im Stande sie heraus zu lassen. Sie zu ordnen, sodass sie Sinn ergeben.

Wenn man Sachen verstehen will und nachdenkt, kommt man drauf, dass es nie nur einen Grund für etwas gibt. Alles baut auf etwas tiefer liegendem auf. Freut man sich also wenn man die Lösung für einen Gedankengang gefunden hat, so ärgert man sich aber auch gleichzeitig darüber, dass dahinter wieder etwas anderes wartet. Am Schaukeltag habe ich jedoch für eine halbe Stunde Ruhe gespürt. Die Gedanken waren so wie sie da waren vollkommen in Ordnung. Kein Hin und Hergerissen. Es hat sich fast so angefühlt, dass nach dem einen Monat endlich ein kleiner Hoffnungsschimmer auf Zufriedenheit am Horizont aufblitzt. So müsste sich das also anfühlen sich wie eine Einheit zu fühlen. Obwohl es hier so viele Sachen gibt die so anstrengend sind ist es irgendwie leichter als daheim. Ich höre wenn die Leute daheim erzählen was passiert und ich merke immer mehr, dass ich das nicht will. Ich will es nicht hören, ich will nicht daran denken und ich will auch gar nichts damit zu tun haben. Nichts. Es soll einfach nur alles verschwinden. Dann hab ich ein schlechtes Gewissen.

Über einen Monat bin ich jetzt hier und ich merke wie meine Kraftreserven schwinden. Oder vielleicht noch viel schlimmer, ich merke wie leer sie waren. Jetzt sind sie auf deinem Level das mir bewusst macht, dass es so nicht geht. Ich beobachte hier recht viel. Versuche Sachen zu verstehen, die Menschen zu ihren Taten verleiten und muss zugeben, dass ich früher auch so gedacht habe. Das war damals so logisch. Es hat sich als absolut richtig angefühlt. Aber irgendwann mal hat sich wohl alles verändert. Ich weiß nicht was oder wie. Aber jetzt sitze ich hier, beobachte die verschiedenen Menschen mit ihren verschiedenen Geschichten und  grinse. Ich fühle mich irgendwie überlegen. Ich habe das Gefühl ihnen sagen zu können, wohin ihr Verhalten sie auf lang oder kurz führt aber ich mache es nicht. Ich mische mich nicht mehr ein. Sollen alle ihr eigenes Leben führen, denn ich habe genug mit dem meinen zu tun.

Zwischen all dem Beobachten habe ich mich letztens mit einer älteren Person unterhalten. Es war keine richtige Unterhaltung sondern nur immer wieder kurze Aussagen mir gegenüber. Ich müsste lügen, wenn ich nicht zugeben könnte, dass ich beeindruckt war. Es gibt Menschen die ebenfalls beobachten - und zwar mich. Und dazu dann noch Sachen kombinieren von denen ich nicht dachte, dass sie auffallen würden. Zwar hat die Person es nicht geschafft Zusammenhänge herzustellen aber zumindest Kleinigkeiten herauszufinden. Es ist sehr interesant zu merken wie man auf andere wirkt wenn man versucht, nicht unsichtbar sondern einfach als eine Einheit für sich, da zu stehen. Ich wollte also unbedingt herausfinden wer ich bin und was ich will und bin auf dem Weg dorthin aufmerksam gemacht worden, dass ich es schon längst ausstrahle. Mir gefällt diese Erkenntniss.