Schreibblockade

Hm, ich könnte jetzt einiges erzählen was in Tallinn alles passiert ist. Aber wo sollte ich da anfangen? Die Oper, das Balett, Oslo, Streetdancefestival, Tanzen. Aber wie ihr schon gemerkt habt, geht das Schreiben irgendwie hier nicht mehr. Es ist das gleiche Problem wie letztes mal. Wörter zu schreiben ist schön. Ich schöpfe aus meinen Gedanken und hoffe so sehr, dass meine Ideen auch bei den Lesern ankommen. Das sie anders ankommen könnten, daran denke ich nicht. Es passiert aber. Und dann stehe ich da. Verstehe die Welt nicht mehr. Und was mache ich? So wie immer. Mich zurück ziehen. Aber ich schreibe hier. Auf Papier mit Stift. Fast jeden Tag ein paar Zeilen. Ich will das alles festhalten. All meine Launen und Gedanken. Auf dem Papier muss ich es nicht zensieren. Nicht ordnen. Da benutze ich Klarheit, Wörter die nichts ausschmücken. Einfach nur meine Gedanken zu allem möglichen. Ich springe zwischen alten und neueren Erinnerungen hin und her. Meistens kommen sie beim Schauckeln. Ich liebe es. Ich muss mich zwar schon in Mütze, Schal und Handschuhe einpacken aber wenn ich ganz fest antauche, dann wird es warm. Nicht weil ich mich bewege, sondern weil ein Gefühl in meinem Bauch hoch hüpft und mich daran erinnert, wie schön es ist man selbst zu sein.

Irgendwann hab ich meine Wörter wieder und kann reden aber im Moment mag ich nicht mehr. Wie schnell sich etwas Gutes in etwas Schlechtes verwandeln kann. Aber diesmal werde ich mich nicht davon zurück schrecken lassen. Ich kämpfe dafür meine Stimme lauter werden zu lassen, sie von anderen wahrnehmen zu lassen um dann einen Augenblick später wieder zurück gedrängt zu werden. Aber ich bin erwachsener. Ich halte mehr aus und kann jetzt stehen. Zu mir.